Neuigkeit

Bröckchen für Bröckchen

Der Plan hatte eigentlich ganz anders ausgesehen: Zunächst wollten die Verantwortlichen des SV Türkgücü-Ataspor ihre gesamten Transfertätigkeiten über die Bühne bringen und anschließend die Öffentlichkeit informieren. Doch die ersten drei Zugänge haben im Amateurfußball in der Region München einen klingenden Namen, so dass sich diese Personalien nicht geheim halten ließen. Und so hatte Anfang der Woche die Meldung bereits in der lokalen Fußballwelt die Runde gemacht: Der frühere Burghauser Marcel-Pascal Ebeling, der langjährige Deisenhofener Luca Tschaidse und der Außenbahnspieler Giovanni Goia vom FC Pipinsried wechseln mit sofortiger Wirkung zum aufstiegsambitionierten Zweiten der Landesliga Süd. Zwei weitere Neue sollen nach Weihnachten präsentiert werden.

„Wir wollen nicht permanent in den Schlagzeilen sein“, sagt der Trainer des Sechstligisten
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Türkgücü-Trainer Andreas Pummer ist nicht erfreut darüber, dass er nun bröckchenweise über die Veränderungen im Kader berichten soll: „Wir wollen nicht permanent in den Schlagzeilen sein, sondern in Ruhe unsere Arbeit machen“, sagt der 35 Jahre alte Coach leicht angesäuert. Und gibt dann doch ein paar Kommentare zu seinen Neuen ab. So sei Marcel Ebeling „sehr motiviert“, wie Pummer sagt: „Er hat richtig Lust auf die Landesliga und ich habe ihm gesagt, dass das auch notwendig ist. Man muss es entweder voll machen oder es bleiben lassen.“ Ebeling, 26, hatte in der Jugend beim FC Bayern und bei den Löwen gespielt, war danach unter anderem bei den Bayernligisten TSV Aindling, FC Ismaning und SC Fürstenfeldbruck unter Vertrag, spielte für den SV Heimstetten und Wacker Burghausen in der Regionalliga. Dort lief sein Vertrag im Sommer 2016 aus, Ebeling war zu dieser Zeit verletzt. Im Herbst 2016 stand er kurz vor einem Engagement in Malaysia, doch daraus wurde letztendlich nichts. Nun trat Türkgücü-Teammanager Kadir Alkan an ihn heran und überzeugte ihn von einem Comeback in der Landesliga. Er hätte auch bei anderen Klubs unterschreiben können, die „ein oder zwei Ligen höher spielen“, sagte Ebeling nach der Einigung mit dem Sechstligisten. Letztlich sei es „das Gesamtpaket“ bei den Türken gewesen, das ihn überzeugt habe.

Auch die Verpflichtung Giovanni Goias ist offensichtlich vor allem das Werk Kadir Alkans: „Er ist ja bei Pipinsried in der Hinrunde nicht so drangekommen, deshalb hat Kadir ihn kontaktiert“, sagt Pummer. Der 25 Jahre alte Rumäne, der während der Saison 2016/17 für den VfR Garching gespielt hatte und beim FC Augsburg ausgebildet worden war, hofft bei Türkgücü auf einen Stammplatz. „Ein kleiner flinker Flügelspieler“, sagt Pummer.

Der Dritte im Bunde kommt aus der gleichen Spielklasse: Luca Tschaidse ist zwar erst 23 Jahre alt, dennoch hat man ihm beim FC Deisenhofen erklärt, dass man dort künftig auf seiner Position im Angriff sogar auf noch jüngere Spieler setzen wolle. „Ich war schon in meiner Zeit beim FC Unterföhring total an ihm interessiert“, sagt Türkgücü-Coach Pummer, der mit Tschaidse stets in Kontakt geblieben war und ihn als bodenständigen Fußballer ohne Allüren schätzt. Allerdings wird der frühere Grünwalder, der in der Jugend beim TSV 1860 gespielt hatte, beim Start der Frühjahrsrunde nicht zur Verfügung stehen, weil er von Ende Februar bis Mitte März im Ausland weilt; ein Aufenthalt, den er bereits geplant hatte, bevor der Transfer zu Türkgücü fixiert wurde.

Im Gegenzug geht nicht nur der ehemalige Profi Erdal Kilicaslan, um dessen Aus es vor wenigen Wochen etwas Wirbel gegeben hatte. Auch Josip Tomic, 24, der in der Vorrunde bei 20 Einsätzen acht Tore erzielt hatte, wird im neuen Jahr nicht mehr für Türkgücü-Ataspor auflaufen. Der Bosnier geht zurück zu seinem früheren Verein BSV Schwarz-Weiß Rehden in der Nähe von Bremen, einem Klub aus der Regionalliga Nord. Der Wechsel habe keine sportlichen Gründe, Tomic wolle sich privat und beruflich verändern, teilt Pummer mit.

Welche beiden zusätzlichen Spieler noch kommen sollen, darüber gibt der Trainer keine Auskunft, die Verträge seien noch nicht unterschrieben. Nur so viel: Einer sei ein ehemaliger Profi. Und ebenfalls Angreifer. „Ich brauche Stürmer, wenn es in die Relegation geht“, sagt Pummer. Rang eins hat der Coach abgehakt, angesichts von vier Punkten Rückstand auf Tabellenführer Freising, der zudem noch ein Nachholspiel hat. „Wenn sie schwächeln, müssen wir da sein, aber realistisch ist der zweite Platz.“