Neuigkeit

Echte Neun

Regionalliga-Aufsteiger Türkgücü-Ataspor München holt Furkan Kircicek. Es ist der neunte Zugang, der mindestens in der Regionalliga gespielt hat. Ob das reicht? Schließlich will der Klub weiter aufsteigen.

Von Andreas Liebmann

Es ist ein hohes Maß an Kreativität, das sich Robert Hettich zu Dokumentationszwecken abverlangt. Mal hält er mit einem Nebenmann ein rotes, mal ein weißes Trikot gen Kamera; mal steht der Kaderplaner links, mal rechts; mal sitzen beide zur Vertragsunterzeichnung am Tisch oder geben einander die Hände wie beim Armdrücken. All die Bilder, die der SV Türkgücü-Ataspor, Aufsteiger in die Fußball-Regionalliga, verschickt, sollen sich ja nicht nur durch wechselnde Kleidung und Nebenleute unterscheiden.

Der Nachfolger jenes Münchner Traditionsklubs, der vor sieben Jahren ein solider Bezirksligist mit Drittligavergangenheit war, hat nun doch schon ein paar klitzekleine kosmetische Änderungen am Aufstiegskader vorgenommen. Klar: Never change a winning team. Wohl auch deshalb hat der Verein neben Trainer Reiner Maurer bisher erst wenige handverlesene Zugänge gemeldet. Kaum mehr als einen pro Tag. Aktuell Furkan Kircicek, 22, vom FC Memmingen (Bild: auf Sofa). Er ist der neunte Neue, der mindestens aus der Regionalliga kommt, nach Thomas Haas und Michael Zant aus Eichstätt, Kasim Rabihic und Marian Knecht aus Pipinsried, Stefan Wächter (Burghausen), Dominik Weiß (Schweinfurt), Marco Holz (Saarbrücken) und Torwart Maximilian Engl vom VfR Garching. Kircicek ist laut Hettich einer der schnellsten Angreifer der Regionalliga Bayern, mit 13 Toren und neun Vorlagen zweitbester Scorer hinter Kwasi Wriedt vom FC Bayern. Ob noch mehr kommen? Hm. Einerseits sieht Türkgücü auch die Regionalliga als Durchgangsstation. Andererseits ist Hettichs Auswahl an Kleidung und Kulissen sicher begrenzt. Wobei: auf Barhockern; im Auto; auf Tribünensitzen; am Pool; in der Sauna; im Handstand…