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Geduld auf beiden Seiten

Das variable Angriffsspiel des Aufstiegsaspiranten zahlt sich aus: Masaaka Takahara (hier gegen Daniel Weber) bereitet am Sonntagabend mit einem schnellen Zuspiel das Siegtor für Türkgücü vor.

Der SV Türkgücü setzt sich nur mit 1:0 gegen Ismaning durch. In große Gefahr gerät der Favorit dabei allerdings nicht.

Von Christoph Leischwitz, Kirchheim

“Noch genug Zeit”, rief Mijo Stijepic ins Feld. Seine Mannschaft lag 0:1 zurück, der FC Ismaning spielte aber durchaus gut mit gegen den Bayernliga-Tabellenführer Türkgücü-Ataspor. Der Trainer wirkte auch in den folgendenden Minuten geduldig, er ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Aber es wurde dann doch das erwartbare Ergebnis: Der Favorit gewann 1:0 (0:0) und befindet sich nach einem 1:2 in Kottern wieder in der Aufstiegsspur.

Seit Emanuel Eisenreich zum neuen Präsidenten gewählt wurde, so sagt es der Sportliche Leiter Florian Hahn, ist Ruhe eingekehrt beim FC Ismaning. Wegen der Nervosität im Sommer sei der ehemalige Trainer Rainer Elfinger gelegentlich ein zu hohes taktisches Risiko eingegangen. Statt ein Unentschieden zu sichern, habe er auf Sieg gespielt, um auf diesem Wege den Verein mit Erfolgserlebnissen zu befrieden. Und das sei eben nicht gelungen.

Vom Interims- zum Cheftrainer: Mijo Stijepic darf mindestens bis Saisonende weitermachen

Unter der Woche wurde dann noch eine wichtige Personalie geklärt: Auch, aber nicht nur aufgrund der Erfolge in den vergangenen Wochen wurde Interimstrainer Mijo Stijepic zum Cheftrainer bis zum Saisonende ernannt, im Falle des Klassenerhalts würde sich das Engagement automatisch um ein Jahr verlängern. “Er ist einer von ihnen”, sagt Hahn über Stijepics enge Bindung zu den Spielern. Für die Winterpause sehe er auch keinen Bedarf, den Kader zu verändern: Die Mannschaft spiele jetzt so, wie man es schon früher erwartet habe. Am Sonntagabend beim Gastspiel in Heimstetten sah man, dass Hahn durchaus auch mitcoacht und Anweisungen gibt.

Die ersten Spielminuten gehörten dem FC Ismaning, das gefährlichste dabei waren die Hereingaben von Kapitän Maximilian Siebald von der rechten Seite – zu Abschlüssen kam es aber nicht. Mit zunehmender Spieldauer tat sich Ismaning dann immer schwerer im Spielaufbau, ganz allmählich übernahm Türkgücü die Kontrolle, Ismaning unterband das Kombinationsspiel der Gastgeber weniger mit konzentrierter Abwehrarbeit als mit kleinen Fouls. So hielt die Mannschaft von Mijo Stijepic den Favoriten lange vom eigenen Tor fern. Ein Freistoß von Yasin Yilmaz brachte erste Gefahr: Sein Schuss landete direkt bei Torwart Sebastian Fritz, der den Ball aber nur verdutzt nach vorne fausten konnte, dann schlug ein Ismaninger die Kugel aus der Gefahrenzone. Da waren schon 24 Minuten gespielt. Klare Chancen gab es in der ersten Halbzeit keine mehr, die beste hatte noch Robin Volland nach einem der seltenen Ismaninger Konter. Sein Flachschuss strich am fernen Pfosten vorbei (40). Eine Minute später verzog Türkgücüs Dominik Schmitt vom Strafraumrand.

Unmittelbar nach der Pause zahlte sich dann aber das variable Angriffsspiel des Aufstiegsaspiranten aus: Masaaki Takahara spielte einen schnellen, präzisen Ball flach durch die Mitte, Schmitt lief allein auf Fritz zu und traf (49.). Das mit der Geduld, das haben sie bei Türkgücü eben auch gut drauf, es handelte sich schon um den vierten 1:0-Erfolg in dieser Saison.

Ismaning antwortete mit einer eher zufälligen Torchance: Eine Flanke von Tobias Killer landete auf dem Tornetz. Wenig später musste Hugo Lopes humpelnd vom Feld und entschied nach zweiminütiger Behandlung kopfschüttelnd: “Es geht nicht mehr.” Jérôme Fayé war ihm bei einem Zweikampf auf den Fuß gestiegen. Das wirkte sich nicht unbedingt förderlich auf Ismanings Spiel aus. FCI-Keeper Fritz hatte ab sofort wieder mehr zu tun als Türkgücüs Torwart Issa Ndiaye, der das nächste Mal in der 80. Minute ernsthaft geprüft wurde. In der 89. Minute zeigte sich, dass es mit dem Toreschießen für Ismaning an diesem Tag einfach nicht sein sollte: Erstens schoss David Tomasevic aus kürzester Distanz über das Tor, zweitens stand der dabei sowieso im Abseits. Der neue Cheftrainer Stijepic nahm es ruhig auf. Gegen Türkgücü was zu holen, hatte Hahn vor dem Spiel gesagt, da würde es sich sowieso nur um Bonuspunkte handeln.